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„Mit keinem Geld der Welt zu bezahlen“ - Diakonisches Jahr feiert 60-jähriges Jubiläum

„Wer sich und anderen ein Diakonisches Jahr gönnt, der bekommt etwas Zusätzliches obendrauf. Etwas, mit dem er oder sie nie gerechnet hätte“, betont Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und zählt auf: „Neue Erfahrungen, übertroffene Erwartungen, ungeahnte Einblicke, berührende Momente, hilfreiche Perspektivverschiebungen, handfeste Fragen und tiefe Gespräche.“ Das sei mit keinem Geld der Welt zu bezahlen, so die leitende Pastorin bei der Feier des 60-jährigen Bestehens des Diakonischen Jahres der Evangelischen Kirche von Westfalen im Bochumer Metropolis Filmtheater.

Zugleich dankte sie den Freiwilligen des Diakonischen Jahres und allen, die jungen Menschen in Kirche und Diakonie solche Erfahrungen ermöglichen. Kurschus: „Es kann gar nicht genug Menschen geben, die Erfahrungen mit ‚anderen‘ Lebensgeschichten machen und diese Erfahrungen mitnehmen auf dem eigenen Weg.“ Einer Gesellschaft und einer Kirche, die viel zu oft vor allem mit sich selbst beschäftigt ist, sei eine Menge solcher junger Leute zu wünschen.

Die anwesenden Gäste aus Kirche und Diakonie sahen vier Filme, in der je eine Person porträtiert wurde, die in besondere Weise mit dem Diakonischen Jahr verbunden ist. So erzählte Dominik Ferling, Freiwilliger im Jahrgang 2005/2006, über seine prägenden Erfahrungen auf dem Wittekindshof in Bad Oeynhausen. Der Arbeitsalltag eines Freiwilligen in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung war im Film über Leo Troebs zu sehen, der im Jahrgang 2017/2018 seinen Freiwilligendienst bei der Evangelischen Stiftung Volmarstein absolviert hat.

„Eine Orientierungshilfe für die Zukunft“

„Wenn´s die Freiwilligendienste nicht gäbe, dann würde es in vielerlei Hinsicht sehr viel einsamer werden“, fasste Maria Kopp im dritten Film die Erfahrungen zusammen, die sie und ihre Kollegin Britta Ude in der Begleitung von Freiwilligen in der Tagespflege des Ludwig-Steil-Hofs in Espelkamp, machen. Ute Gerdom, Leitung des Diakonischen Jahres, brachte im vierten Film die Bedeutung des Freiwilligendienstes für die jungen Menschen so auf den Punkt: „Wir geben unseren Freiwilligen in diesem Jahr eine Orientierungshilfe für ihre Zukunft.“
Vor jedem Film wurde eine Laudatio zur Ehre der Portraitierten gehalten. Neben Präses Annette Kurschus traten Nicole Schnepel, Koordinatorin der Freiwilligendienst am Wittekindshof, Sven Pörsch, Anleiter an der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen und Dominik Ferling als Laudatoren bzw. Laudatorin auf. 

„Die Jugendfreiwilligendienste haben sich bewährt.“

Zum Abschlsus der Veranstaltung stellte sich Landesjugendpfarrer Udo Bußmman den Fragen von Steffi Neu. Zur kürzlich von der Politik ins Gespräche gebrachten Idee eines Pflichtdienstes stellte er klar: „Es gibt einen großen Konsenz mit den evangelischen Trägern sowohl der Kirche als auch der Diakonie, dass ein Pflichtdienst nicht hilfreich ist. Die Jugendfreiwilligendienste haben sich bewährt.“

Aktuell engagieren sich 250 junge Menschen freiwillig im Diakonischen Jahr. Dazu stehen in ganz Westfalen über 300 Einsatzstellen zur Verfügung, zum Beispiel in der Kinder- und Jugendarbeit, der Jugendhilfe, in Schulen, in Kirchengemeinden, Kindergärten sowie in der Alten- und Behindertenhilfe. 

Seit 1958 haben über 10.000 junge Menschen ein Diakonisches Jahr absolviert. Seit 2017 werden auch Freiwillige ins Ausland entsandt. Aktuell machen 17 Freiwillige eine Diakonisches Jahr International in Argentinien, Paraguay und Italien.

Die Feier im Metropolis Kino bildete den Abschluss des Jubiläumsjahres. Rund 80 Gäste waren der Einladung gefolgt. Durch das Programm führte WDR 2-Moderatorin Steffi Neu. 

(Foto: Carla Siebel)

Schon jetzt für ein FSJ & BFD in viefältigen Einsatzfeldern in Westfalen im Jahrgang 2019/20.

Oder für ein Diakonische Jahr International in Argentinen & Italien ab August 2019. Verlängerte Bewerbungsfrist bis 31.01.2019.

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